04.08.2015 / Unkategorisiert / /

Rede 1. August 2015 in Brigels und SavogninRede 1. August 2015 in Brigels und SavogninRede 1. August 2015 in Brigels und Savognin

Unsere Schweiz feiert heute den 724. Geburtstag. Ein stolzes Alter, welches gefeiert werden darf. Es ist angebracht einen Blick in die Vergangenheit zu werfen, aber auch einige Gedanken zu den aktuellen und künftigen Herausforderungen zu machen.

Sagt Ihnen das Jahr 1815 etwas? Für die Schweiz war dies ein Schicksalsjahr. Im Jahre 1815, also vor genau 200 Jahren, beschwörten die Kantone die Verfassung der so genannten Restauration. Dieser Schritt war für die Schweiz von entscheidender Bedeutung. Zuvor war die Schweiz ein Protektorat Frankreichs. Schweizer Soldaten mussten für Napoleon in den Krieg ziehen. Die Schweiz schaffte somit die Rückkehr zur Selbständigkeit und wurde auf dem Wiener Kongress als neutraler Staat anerkannt. Dies war alles andere als selbstverständlich. Es gab auch Pläne die Schweiz in eine Monarchie umzuwandeln und dem Deutschen Bund anzuschliessen oder sogar aufzuteilen. Wieso erwähne ich dies alles?

Heute, 200 Jahre später, sind die Herausforderungen für unser Land in den Grundzügen immer noch die gleichen. Wie ist unser Verhältnis zu Europa? Welche Rolle wird unsere Schweiz in diesem Europa in Zukunft einnehmen? Wie gelingt es uns unsere Eigenheiten und Traditionen zu bewahren und trotzdem Wohlstand und Sicherheit für unsere Bevölkerung zu erlangen?

Letztes Jahr hat eine knappe Mehrheit unseres Volkes der Masseneinwanderungsinitiative zugestimmt. Sie möchte die Zuwanderung gegenüber der EU über Kontingente regeln und keine Personenfreizügigkeit in der bisherigen Form mehr haben. Die Herausforderung dabei ist klar: Die erfolgreichen und der Schweiz Wohlstand bringenden Bilateralen Verträge dürfen nicht aufs Spiel gesetzt werden. Noch ist keine Verhandlungslösung absehbar. Der Bundesrat ist gefordert, da unsere Wirtschaft verunsichert ist und nach Klärung ruft. Weite Teile der Wirtschaft fragen sich nämlich ernsthaft: Können künftig noch unbürokratisch und einfach im Ausland Arbeitskräfte rekrutiert werden? Wie geht es weiter mit den Bilateralen Verträgen? Bleibt der Zugang zu den zentral wichtigen europäischen Märkten gesichert? Der Bundesrat muss diese Fragen in Kürze beantworten und der Wirtschaft die Sicherheit und Planbarkeit zurückgeben, die sie dringend braucht.

Seit dem 15. Januar dieses Jahres hat unsere Wirtschaft eine weitere grosse Herausforderung, die auch viel Unsicherheit mit sich gebracht hat, zu meistern. Gerade in der Industrie und in der für unsere Regionen so wichtigen Tourismusbranche sind Arbeitsplätze gefährdet. Die Schweiz wurde von einem Tag auf den anderen im Vergleich zum Euroraum gegen 15% teurer. Vor allem für die Tourismusbranche, in der diese Währungsdifferenz unmöglich mit Importen und teilweise Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland aufgefangen werden kann, ist dies knallhart und existenzgefährdend. Keine Branche ist vom starken Franken derart betroffen, wie die Tourismusbranche. Auch bedeutende und grosse Hotels sind in ihrer Existenz gefährdet.

Die Politik ist gefordert. Runde Tische und das blinde Vertrauen in den Markt reichen nicht. Die Schweizer Industrie und auch unser Tourismus müssen innovativer werden und den preislichen Nachteil durch neue Innovationen zu kompensieren versuchen. Aber es braucht mehr. Viele Unternehmen, gerade KMUs könnten einen einfacheren Zugang zu Innovationsfördermitteln des Bundes dringend brauchen. Ebenfalls kann es nicht sein, dass in der aktuellen Situation Mittel für den Tourismus gekürzt werden sollen.

Die Tourismusregionen haben jedoch noch eine weitere Herausforderung zu bewältigen. Die Zweitwohnungsinitiative mit dem beschlossenen stark einschränkenden Zweitwohnungsgesetz zeigt in unseren Regionen bereits ihre wahre Wirkung. Gerade hier in der Region ist dies aktuell wohl das grösste Problem. Nicht nur das Bauhauptgewerbe ist davon betroffen, sondern auch das Baunebengewerbe mit fast nur einheimischen Arbeitskräften. Solche wirtschaftsschädigenden Regulierungen sind für das Berggebiet fatal. Viele Berggebietsvertreter haben im Parlament mit Vehemenz dafür gekämpft, dass wir wenigstens von den schlimmsten Folgen bewahrt werden. Natürlich gab es auch andere, leider. Zufrieden mit dem beschlossenen Gesetz dürfen wir keinesfalls sein.

Die Stärke der Schweiz und unseres Kantons im Speziellen liegt seit jeher in unserem Föderalismus und unseren gefestigten Werten. Nicht einmal die revolutionären Franzosen und Napoleon haben es fertig gebracht unseren Sinn für Kleinräumigkeit und Selbständigkeit zu zerstören. Der Wunsch nach Subsidiarität, starken Familien, autonomen Gemeinden und Kantonen ist bis heute geblieben. Wir müssen uns auf unsere Stärken konzentrieren ohne jedoch unsere Traditionen zu vergessen.

Was heisst das für die Schweiz? Seit 1815 leben wir als neutraler Kleinstaat gut, sehr gut sogar. Wir konnten unseren Staat mit all seinen Eigenheiten bisher unbeschadet erhalten und Wohlstand in nie dagewesenem Masse erlangen. Die Schweiz ist ein Erfolgsmodell! Auch das muss gesagt sein. Wenn wir dies auch in den nächsten 200 Jahren ähnlich erfolgreich tun wollen, müssen wir unsere Rolle in Europa klar definieren. Europa ist unser wichtigster Handelspartner. Die Schweiz schlug vor 200 Jahren einen eigenen Weg ein, der nicht allen gefiel, der aber trotzdem die notwendige Akzeptanz fand. Heute geht es im Grunde genommen um dasselbe: die Schweiz muss in Brüssel die Akzeptanz ihres bilateralen Weges mit angepasster Personenfreizügigkeit erreichen. Unser Wohlstand, ja überhaupt unsere Zukunft hängen wesentlich davon ab. Die Stärken der Schweiz, die politische Stabilität, die Rechtssicherheit und die freiheitliche Wirtschaftsordnung dürfen nicht aufs Spiel gesetzt werden.

Und zum Schluss habe ich drei Wünsche für das kommende Jahr:

Erstens, dass es uns erspart bleibt Alternativen zum erfolgreichen Bilateralen Weg ernsthaft ins Auge zu fassen.

Zweitens, dass sich die ökonomischen Turbulenzen der letzten Monate verursacht durch die Frankenstärke und die Euro-Krise endlich legen. Stabilität, Sicherheit und Perspektiven sind zentral für unsere Wirtschaft.

Drittens, dass die Herausforderungen des Berggebietes ernster genommen werden. Wir sind keine ewigen Nörgler, wir wollen aber im Berggebiet leben, arbeiten und uns auch wirtschaftlich entwickeln und entfalten können. Die Annahme der Zweitwohnungs- und Masseneinwanderungsinitiative und die Frankenstärke belasten das Berggebiet überdurchschnittlich. Die Abwanderung aus vielen Talschaften wird dadurch forciert. Das tut mir weh. Wir müssen dieser Entwicklung mit aller Kraft Gegensteuer geben. Wir brauchen nicht Mitleid und Erbarmen, wir brauchen eine gute Grundinfrastruktur, vor allem im Bereich Strasse und Schiene und natürlich eine optimale Breitbandabdeckung mit schnellem Internet für alle und gute Entwicklungsmöglichkeiten in der Raumplanung. Wir alle müssen uns mit Herzblut und Engagement für lebendige Berggebiete stark machen!

Geschätzte Gäste, wir sind auf ihr Verständnis für unsere Bedürfnisse und auf ihre Unterstützung angewiesen. Die Stärke der Schweiz misst sich an der Stärke der schwächsten Regionen unseres Landes. Unsere gemeinsame Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass wir als ganze Schweiz erfolgreich sind. Die faszinierende Vielfalt der Schweiz muss auch in Zukunft die Grundlage des friedlichen und erfolgreichen Zusammenlebens in unserem Land sein. Die Schweiz ist mit seiner Einheit in der Vielfalt ein Vorbild, gerade für Europa und wir dürfen auch den Mut haben das laut zu sagen. Um unser Modell nicht zu gefährden braucht es wieder vermehrt eine lösungs- und konsensorientierte Politik. Tragen wir Sorge dazu. Möge uns dies auch im kommenden Jahr gelingen und erinnern wir uns auch bei den Wahlen im Oktober daran! In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen von Herzen ein schönes 1. August-Fest und unseren Gästen erholsame Ferien in unsere Region! Vielen Dank, dass Sie bei uns sind.

Viva la Svizra, es lebe die Schweiz, vive la Suisse, viva la Svizzera!

Unsere Schweiz feiert heute den 724. Geburtstag. Ein stolzes Alter, welches gefeiert werden darf. Es ist angebracht einen Blick in die Vergangenheit zu werfen, aber auch einige Gedanken zu den aktuellen und künftigen Herausforderungen zu machen.

Sagt Ihnen das Jahr 1815 etwas? Für die Schweiz war dies ein Schicksalsjahr. Im Jahre 1815, also vor genau 200 Jahren, beschwörten die Kantone die Verfassung der so genannten Restauration. Dieser Schritt war für die Schweiz von entscheidender Bedeutung. Zuvor war die Schweiz ein Protektorat Frankreichs. Schweizer Soldaten mussten für Napoleon in den Krieg ziehen. Die Schweiz schaffte somit die Rückkehr zur Selbständigkeit und wurde auf dem Wiener Kongress als neutraler Staat anerkannt. Dies war alles andere als selbstverständlich. Es gab auch Pläne die Schweiz in eine Monarchie umzuwandeln und dem Deutschen Bund anzuschliessen oder sogar aufzuteilen. Wieso erwähne ich dies alles?

Heute, 200 Jahre später, sind die Herausforderungen für unser Land in den Grundzügen immer noch die gleichen. Wie ist unser Verhältnis zu Europa? Welche Rolle wird unsere Schweiz in diesem Europa in Zukunft einnehmen? Wie gelingt es uns unsere Eigenheiten und Traditionen zu bewahren und trotzdem Wohlstand und Sicherheit für unsere Bevölkerung zu erlangen?

Letztes Jahr hat eine knappe Mehrheit unseres Volkes der Masseneinwanderungsinitiative zugestimmt. Sie möchte die Zuwanderung gegenüber der EU über Kontingente regeln und keine Personenfreizügigkeit in der bisherigen Form mehr haben. Die Herausforderung dabei ist klar: Die erfolgreichen und der Schweiz Wohlstand bringenden Bilateralen Verträge dürfen nicht aufs Spiel gesetzt werden. Noch ist keine Verhandlungslösung absehbar. Der Bundesrat ist gefordert, da unsere Wirtschaft verunsichert ist und nach Klärung ruft. Weite Teile der Wirtschaft fragen sich nämlich ernsthaft: Können künftig noch unbürokratisch und einfach im Ausland Arbeitskräfte rekrutiert werden? Wie geht es weiter mit den Bilateralen Verträgen? Bleibt der Zugang zu den zentral wichtigen europäischen Märkten gesichert? Der Bundesrat muss diese Fragen in Kürze beantworten und der Wirtschaft die Sicherheit und Planbarkeit zurückgeben, die sie dringend braucht.

Seit dem 15. Januar dieses Jahres hat unsere Wirtschaft eine weitere grosse Herausforderung, die auch viel Unsicherheit mit sich gebracht hat, zu meistern. Gerade in der Industrie und in der für unsere Regionen so wichtigen Tourismusbranche sind Arbeitsplätze gefährdet. Die Schweiz wurde von einem Tag auf den anderen im Vergleich zum Euroraum gegen 15% teurer. Vor allem für die Tourismusbranche, in der diese Währungsdifferenz unmöglich mit Importen und teilweise Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland aufgefangen werden kann, ist dies knallhart und existenzgefährdend. Keine Branche ist vom starken Franken derart betroffen, wie die Tourismusbranche. Auch bedeutende und grosse Hotels sind in ihrer Existenz gefährdet.

Die Politik ist gefordert. Runde Tische und das blinde Vertrauen in den Markt reichen nicht. Die Schweizer Industrie und auch unser Tourismus müssen innovativer werden und den preislichen Nachteil durch neue Innovationen zu kompensieren versuchen. Aber es braucht mehr. Viele Unternehmen, gerade KMUs könnten einen einfacheren Zugang zu Innovationsfördermitteln des Bundes dringend brauchen. Ebenfalls kann es nicht sein, dass in der aktuellen Situation Mittel für den Tourismus gekürzt werden sollen.

Die Tourismusregionen haben jedoch noch eine weitere Herausforderung zu bewältigen. Die Zweitwohnungsinitiative mit dem beschlossenen stark einschränkenden Zweitwohnungsgesetz zeigt in unseren Regionen bereits ihre wahre Wirkung. Gerade hier in der Region ist dies aktuell wohl das grösste Problem. Nicht nur das Bauhauptgewerbe ist davon betroffen, sondern auch das Baunebengewerbe mit fast nur einheimischen Arbeitskräften. Solche wirtschaftsschädigenden Regulierungen sind für das Berggebiet fatal. Viele Berggebietsvertreter haben im Parlament mit Vehemenz dafür gekämpft, dass wir wenigstens von den schlimmsten Folgen bewahrt werden. Natürlich gab es auch andere, leider. Zufrieden mit dem beschlossenen Gesetz dürfen wir keinesfalls sein.

Die Stärke der Schweiz und unseres Kantons im Speziellen liegt seit jeher in unserem Föderalismus und unseren gefestigten Werten. Nicht einmal die revolutionären Franzosen und Napoleon haben es fertig gebracht unseren Sinn für Kleinräumigkeit und Selbständigkeit zu zerstören. Der Wunsch nach Subsidiarität, starken Familien, autonomen Gemeinden und Kantonen ist bis heute geblieben. Wir müssen uns auf unsere Stärken konzentrieren ohne jedoch unsere Traditionen zu vergessen.

Was heisst das für die Schweiz? Seit 1815 leben wir als neutraler Kleinstaat gut, sehr gut sogar. Wir konnten unseren Staat mit all seinen Eigenheiten bisher unbeschadet erhalten und Wohlstand in nie dagewesenem Masse erlangen. Die Schweiz ist ein Erfolgsmodell! Auch das muss gesagt sein. Wenn wir dies auch in den nächsten 200 Jahren ähnlich erfolgreich tun wollen, müssen wir unsere Rolle in Europa klar definieren. Europa ist unser wichtigster Handelspartner. Die Schweiz schlug vor 200 Jahren einen eigenen Weg ein, der nicht allen gefiel, der aber trotzdem die notwendige Akzeptanz fand. Heute geht es im Grunde genommen um dasselbe: die Schweiz muss in Brüssel die Akzeptanz ihres bilateralen Weges mit angepasster Personenfreizügigkeit erreichen. Unser Wohlstand, ja überhaupt unsere Zukunft hängen wesentlich davon ab. Die Stärken der Schweiz, die politische Stabilität, die Rechtssicherheit und die freiheitliche Wirtschaftsordnung dürfen nicht aufs Spiel gesetzt werden.

Und zum Schluss habe ich drei Wünsche für das kommende Jahr:

Erstens, dass es uns erspart bleibt Alternativen zum erfolgreichen Bilateralen Weg ernsthaft ins Auge zu fassen.

Zweitens, dass sich die ökonomischen Turbulenzen der letzten Monate verursacht durch die Frankenstärke und die Euro-Krise endlich legen. Stabilität, Sicherheit und Perspektiven sind zentral für unsere Wirtschaft.

Drittens, dass die Herausforderungen des Berggebietes ernster genommen werden. Wir sind keine ewigen Nörgler, wir wollen aber im Berggebiet leben, arbeiten und uns auch wirtschaftlich entwickeln und entfalten können. Die Annahme der Zweitwohnungs- und Masseneinwanderungsinitiative und die Frankenstärke belasten das Berggebiet überdurchschnittlich. Die Abwanderung aus vielen Talschaften wird dadurch forciert. Das tut mir weh. Wir müssen dieser Entwicklung mit aller Kraft Gegensteuer geben. Wir brauchen nicht Mitleid und Erbarmen, wir brauchen eine gute Grundinfrastruktur, vor allem im Bereich Strasse und Schiene und natürlich eine optimale Breitbandabdeckung mit schnellem Internet für alle und gute Entwicklungsmöglichkeiten in der Raumplanung. Wir alle müssen uns mit Herzblut und Engagement für lebendige Berggebiete stark machen!

Geschätzte Gäste, wir sind auf ihr Verständnis für unsere Bedürfnisse und auf ihre Unterstützung angewiesen. Die Stärke der Schweiz misst sich an der Stärke der schwächsten Regionen unseres Landes. Unsere gemeinsame Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass wir als ganze Schweiz erfolgreich sind. Die faszinierende Vielfalt der Schweiz muss auch in Zukunft die Grundlage des friedlichen und erfolgreichen Zusammenlebens in unserem Land sein. Die Schweiz ist mit seiner Einheit in der Vielfalt ein Vorbild, gerade für Europa und wir dürfen auch den Mut haben das laut zu sagen. Um unser Modell nicht zu gefährden braucht es wieder vermehrt eine lösungs- und konsensorientierte Politik. Tragen wir Sorge dazu. Möge uns dies auch im kommenden Jahr gelingen und erinnern wir uns auch bei den Wahlen im Oktober daran! In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen von Herzen ein schönes 1. August-Fest und unseren Gästen erholsame Ferien in unsere Region! Vielen Dank, dass Sie bei uns sind.

Viva la Svizra, es lebe die Schweiz, vive la Suisse, viva la Svizzera!

Unsere Schweiz feiert heute den 724. Geburtstag. Ein stolzes Alter, welches gefeiert werden darf. Es ist angebracht einen Blick in die Vergangenheit zu werfen, aber auch einige Gedanken zu den aktuellen und künftigen Herausforderungen zu machen.

Sagt Ihnen das Jahr 1815 etwas? Für die Schweiz war dies ein Schicksalsjahr. Im Jahre 1815, also vor genau 200 Jahren, beschwörten die Kantone die Verfassung der so genannten Restauration. Dieser Schritt war für die Schweiz von entscheidender Bedeutung. Zuvor war die Schweiz ein Protektorat Frankreichs. Schweizer Soldaten mussten für Napoleon in den Krieg ziehen. Die Schweiz schaffte somit die Rückkehr zur Selbständigkeit und wurde auf dem Wiener Kongress als neutraler Staat anerkannt. Dies war alles andere als selbstverständlich. Es gab auch Pläne die Schweiz in eine Monarchie umzuwandeln und dem Deutschen Bund anzuschliessen oder sogar aufzuteilen. Wieso erwähne ich dies alles?

Heute, 200 Jahre später, sind die Herausforderungen für unser Land in den Grundzügen immer noch die gleichen. Wie ist unser Verhältnis zu Europa? Welche Rolle wird unsere Schweiz in diesem Europa in Zukunft einnehmen? Wie gelingt es uns unsere Eigenheiten und Traditionen zu bewahren und trotzdem Wohlstand und Sicherheit für unsere Bevölkerung zu erlangen?

Letztes Jahr hat eine knappe Mehrheit unseres Volkes der Masseneinwanderungsinitiative zugestimmt. Sie möchte die Zuwanderung gegenüber der EU über Kontingente regeln und keine Personenfreizügigkeit in der bisherigen Form mehr haben. Die Herausforderung dabei ist klar: Die erfolgreichen und der Schweiz Wohlstand bringenden Bilateralen Verträge dürfen nicht aufs Spiel gesetzt werden. Noch ist keine Verhandlungslösung absehbar. Der Bundesrat ist gefordert, da unsere Wirtschaft verunsichert ist und nach Klärung ruft. Weite Teile der Wirtschaft fragen sich nämlich ernsthaft: Können künftig noch unbürokratisch und einfach im Ausland Arbeitskräfte rekrutiert werden? Wie geht es weiter mit den Bilateralen Verträgen? Bleibt der Zugang zu den zentral wichtigen europäischen Märkten gesichert? Der Bundesrat muss diese Fragen in Kürze beantworten und der Wirtschaft die Sicherheit und Planbarkeit zurückgeben, die sie dringend braucht.

Seit dem 15. Januar dieses Jahres hat unsere Wirtschaft eine weitere grosse Herausforderung, die auch viel Unsicherheit mit sich gebracht hat, zu meistern. Gerade in der Industrie und in der für unsere Regionen so wichtigen Tourismusbranche sind Arbeitsplätze gefährdet. Die Schweiz wurde von einem Tag auf den anderen im Vergleich zum Euroraum gegen 15% teurer. Vor allem für die Tourismusbranche, in der diese Währungsdifferenz unmöglich mit Importen und teilweise Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland aufgefangen werden kann, ist dies knallhart und existenzgefährdend. Keine Branche ist vom starken Franken derart betroffen, wie die Tourismusbranche. Auch bedeutende und grosse Hotels sind in ihrer Existenz gefährdet.

Die Politik ist gefordert. Runde Tische und das blinde Vertrauen in den Markt reichen nicht. Die Schweizer Industrie und auch unser Tourismus müssen innovativer werden und den preislichen Nachteil durch neue Innovationen zu kompensieren versuchen. Aber es braucht mehr. Viele Unternehmen, gerade KMUs könnten einen einfacheren Zugang zu Innovationsfördermitteln des Bundes dringend brauchen. Ebenfalls kann es nicht sein, dass in der aktuellen Situation Mittel für den Tourismus gekürzt werden sollen.

Die Tourismusregionen haben jedoch noch eine weitere Herausforderung zu bewältigen. Die Zweitwohnungsinitiative mit dem beschlossenen stark einschränkenden Zweitwohnungsgesetz zeigt in unseren Regionen bereits ihre wahre Wirkung. Gerade hier in der Region ist dies aktuell wohl das grösste Problem. Nicht nur das Bauhauptgewerbe ist davon betroffen, sondern auch das Baunebengewerbe mit fast nur einheimischen Arbeitskräften. Solche wirtschaftsschädigenden Regulierungen sind für das Berggebiet fatal. Viele Berggebietsvertreter haben im Parlament mit Vehemenz dafür gekämpft, dass wir wenigstens von den schlimmsten Folgen bewahrt werden. Natürlich gab es auch andere, leider. Zufrieden mit dem beschlossenen Gesetz dürfen wir keinesfalls sein.

Die Stärke der Schweiz und unseres Kantons im Speziellen liegt seit jeher in unserem Föderalismus und unseren gefestigten Werten. Nicht einmal die revolutionären Franzosen und Napoleon haben es fertig gebracht unseren Sinn für Kleinräumigkeit und Selbständigkeit zu zerstören. Der Wunsch nach Subsidiarität, starken Familien, autonomen Gemeinden und Kantonen ist bis heute geblieben. Wir müssen uns auf unsere Stärken konzentrieren ohne jedoch unsere Traditionen zu vergessen.

Was heisst das für die Schweiz? Seit 1815 leben wir als neutraler Kleinstaat gut, sehr gut sogar. Wir konnten unseren Staat mit all seinen Eigenheiten bisher unbeschadet erhalten und Wohlstand in nie dagewesenem Masse erlangen. Die Schweiz ist ein Erfolgsmodell! Auch das muss gesagt sein. Wenn wir dies auch in den nächsten 200 Jahren ähnlich erfolgreich tun wollen, müssen wir unsere Rolle in Europa klar definieren. Europa ist unser wichtigster Handelspartner. Die Schweiz schlug vor 200 Jahren einen eigenen Weg ein, der nicht allen gefiel, der aber trotzdem die notwendige Akzeptanz fand. Heute geht es im Grunde genommen um dasselbe: die Schweiz muss in Brüssel die Akzeptanz ihres bilateralen Weges mit angepasster Personenfreizügigkeit erreichen. Unser Wohlstand, ja überhaupt unsere Zukunft hängen wesentlich davon ab. Die Stärken der Schweiz, die politische Stabilität, die Rechtssicherheit und die freiheitliche Wirtschaftsordnung dürfen nicht aufs Spiel gesetzt werden.

Und zum Schluss habe ich drei Wünsche für das kommende Jahr:

Erstens, dass es uns erspart bleibt Alternativen zum erfolgreichen Bilateralen Weg ernsthaft ins Auge zu fassen.

Zweitens, dass sich die ökonomischen Turbulenzen der letzten Monate verursacht durch die Frankenstärke und die Euro-Krise endlich legen. Stabilität, Sicherheit und Perspektiven sind zentral für unsere Wirtschaft.

Drittens, dass die Herausforderungen des Berggebietes ernster genommen werden. Wir sind keine ewigen Nörgler, wir wollen aber im Berggebiet leben, arbeiten und uns auch wirtschaftlich entwickeln und entfalten können. Die Annahme der Zweitwohnungs- und Masseneinwanderungsinitiative und die Frankenstärke belasten das Berggebiet überdurchschnittlich. Die Abwanderung aus vielen Talschaften wird dadurch forciert. Das tut mir weh. Wir müssen dieser Entwicklung mit aller Kraft Gegensteuer geben. Wir brauchen nicht Mitleid und Erbarmen, wir brauchen eine gute Grundinfrastruktur, vor allem im Bereich Strasse und Schiene und natürlich eine optimale Breitbandabdeckung mit schnellem Internet für alle und gute Entwicklungsmöglichkeiten in der Raumplanung. Wir alle müssen uns mit Herzblut und Engagement für lebendige Berggebiete stark machen!

Geschätzte Gäste, wir sind auf ihr Verständnis für unsere Bedürfnisse und auf ihre Unterstützung angewiesen. Die Stärke der Schweiz misst sich an der Stärke der schwächsten Regionen unseres Landes. Unsere gemeinsame Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass wir als ganze Schweiz erfolgreich sind. Die faszinierende Vielfalt der Schweiz muss auch in Zukunft die Grundlage des friedlichen und erfolgreichen Zusammenlebens in unserem Land sein. Die Schweiz ist mit seiner Einheit in der Vielfalt ein Vorbild, gerade für Europa und wir dürfen auch den Mut haben das laut zu sagen. Um unser Modell nicht zu gefährden braucht es wieder vermehrt eine lösungs- und konsensorientierte Politik. Tragen wir Sorge dazu. Möge uns dies auch im kommenden Jahr gelingen und erinnern wir uns auch bei den Wahlen im Oktober daran! In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen von Herzen ein schönes 1. August-Fest und unseren Gästen erholsame Ferien in unsere Region! Vielen Dank, dass Sie bei uns sind.

Viva la Svizra, es lebe die Schweiz, vive la Suisse, viva la Svizzera!