01.07.2013 / Interpellationen / /

13.3357 – Interpellation: Mehr Landessprachen anstatt Anglizismen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen13.3357 – Interpellation: Mehr Landessprachen anstatt Anglizismen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen13.3357 – Interpellation: Mehr Landessprachen anstatt Anglizismen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen

Eingereichter Text
Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen machen sich immer mehr Anglizismen breit. Anstatt beispielsweise Sendungen in den Landessprachen zu titulieren, wird Englisch verwendet. Gleichzeitig hat sich der Bund durch das Sprachengesetz verpflichtet, den Austausch und die Verständigung unter den Sprachgemeinschaften zu fördern. Es stellt sich somit folgende Frage:

Wäre es nicht im Sinn der Sprachförderung, wenn auch das vom Bund (Fernsehgebühren) massgeblich unterstützte öffentlich-rechtliche Fernsehen diesbezüglich einen sichtbaren Beitrag leisten würde?

Begründung
Die Sendungen des deutschsprachigen öffentlich-rechtlichen Fernsehens tragen heute vielfach Titel wie „The Voice of Switzerland“, „Top Secret“, „Don’t say it – bring it!“ und „Happy Day“. Offenbar werden Anglizismen immer beliebter. Als Höhepunkt dieser Entwicklung wird der angebliche Schweizer des Jahres im Rahmen der Sendung „Swiss Award“ gekrönt. Gleichzeitig bemüht sich der Bund sehr zu Recht, jährlich mit massgeblichen Beiträgen den sprachlichen Austausch und die gegenseitige Verständigung innerhalb des Landes zu fördern. Diese Fördermassnahmen werden durch das ebenfalls vom Bund unterstützte öffentlich-rechtliche Fernsehen nur bedingt unterstützt. So kann man sich fragen: Wenn nicht einmal mehr im öffentlich-rechtlichen Fernsehen die jeweils anderen Landessprachen gegenüber dem Englischen prioritär behandelt werden, weswegen macht deren Erlernen dann überhaupt noch Sinn? Oder sollen wir uns überhaupt noch in den Landessprachen verständigen lernen? Das öffentlich-rechtliche Fernsehen könnte helfen, solchen für den Zusammenhalt unseres Landes schädlichen Tendenzen durch eine konsequentere Förderung der Landessprachen Abhilfe zu schaffen. Der Bundesrat ist aufgerufen, seinen Einfluss geltend zu machen.

Antwort des Bundesrates vom 14.06.2013
Der Bundesrat hat sich mehrfach kritisch über den zunehmenden Gebrauch von Anglizismen in unseren Sprachregionen geäussert, zuletzt in seinen Antworten auf die parlamentarischen Vorstösse Baettig 10.3119, Berberat 06.1146 und Rennwald 03.1112. Der Gebrauch von Anglizismen ist mittlerweile eine gesellschaftliche Realität geworden. Trotzdem führt diese Tendenz zu einer gewissen Vernachlässigung der Landessprachen. Die Bundeskanzlei hat bereits verschiedene Massnahmen ergriffen, um innerhalb der Bundesverwaltung den übermässigen Gebrauch von Anglizismen in der Behördenkommunikation einzuschränken. Dies entspricht auch dem Anliegen einer sachgerechten, klaren und bürgerfreundlichen Sprache nach Artikel 7 Absatz 1 des Sprachengesetzes vom 5. Oktober 2007 (SR 441.1).

Ausserhalb der Bundesverwaltung will der Bundesrat aber nicht auf dirigistische Massnahmen setzen. Er lehnt es aus verfassungsrechtlichen Gründen ab, Vorschriften für den Sprachengebrauch zu machen und sich in die Geschäftspolitik von Unternehmen einzumischen, selbst wenn der Bund Eigner ist, wie beispielsweise bei der Post.

Der Gesetzgeber hat bei der SRG eine Norm zum Sprachengebrauch vorgesehen: Gemäss Artikel 24 Absatz 5 des Bundesgesetzes über Radio und Fernsehen vom 24. März 2006 (SR 784.40) muss die SRG in wichtigen, über die Sprach- und Landesgrenze hinaus interessierenden Informationssendungen die Standardsprache verwenden. Darüber hinausgehende Massnahmen sind im Licht der verfassungsmässig garantierten Staatsunabhängigkeit und Programmautonomie der SRG kritisch zu beurteilen. Die vom Interpellanten gewünschte Einflussnahme auf die Betitelung von Sendungen erachtet der Bundesrat nicht für angezeigt. Es ist zudem fraglich, ob mit einer derartigen Sensibilisierungsmassnahme das Ziel des Interpellanten erreicht werden kann. Die Betitelung einer SRG-Sendung an sich hat kaum Auswirkungen auf die Förderung der nationalen Kohäsion. Zu den Leistungen der SRG für den sprachregionalen Austausch hat sich der Bundesrat in seinem Bericht vom 7. Dezember 2012 „Stärkung der gegenseitigen Verständigung und des nationalen Zusammenhalts durch die SRG SSR“ (http://www.news.admin.ch/NSBSubscriber/message/attachments/29015.pdf) eingehend geäussert.

Die SRG muss sich bei der Erfüllung ihres Leistungsauftrages auch unternehmerisch verhalten, um sich in der harten Konkurrenz mit ausländischen Programmen beim Schweizer Publikum behaupten zu können. Es ist deshalb nachvollziehbar, dass sie erfolgreiche Sendungen und Sendungskonzepte mit englischsprachigen Titeln ausstrahlt. Dabei muss sich die SRG oft vertraglich binden und kann die Titelgebung nur beschränkt beeinflussen.

Im Übrigen stellt der Bundesrat keine Tendenz zu einer exzessiven Verwendung von Anglizismen in den SRG-Programmen fest. Nach den Informationen der SRG sind es rund 8 Prozent der Sendungstitel. Der Grossteil der SRG-Sendungen, etwa 90 Prozent, ist in einer der Landessprachen getitelt, wenige deutschsprachige Sendungen sogar in Mundart („SRF bi de Lüt“, „Hopp de Bäse“ oder „Alperöösli“).

Der Bundesrat sieht nach dem Gesagten keinen Anlass, bei der SRG hinsichtlich des Gebrauchs von Anglizismen zu intervenieren.

http://www.parlament.ch/d/suche/seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20133357Eingereichter Text
Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen machen sich immer mehr Anglizismen breit. Anstatt beispielsweise Sendungen in den Landessprachen zu titulieren, wird Englisch verwendet. Gleichzeitig hat sich der Bund durch das Sprachengesetz verpflichtet, den Austausch und die Verständigung unter den Sprachgemeinschaften zu fördern. Es stellt sich somit folgende Frage:

Wäre es nicht im Sinn der Sprachförderung, wenn auch das vom Bund (Fernsehgebühren) massgeblich unterstützte öffentlich-rechtliche Fernsehen diesbezüglich einen sichtbaren Beitrag leisten würde?

Begründung
Die Sendungen des deutschsprachigen öffentlich-rechtlichen Fernsehens tragen heute vielfach Titel wie „The Voice of Switzerland“, „Top Secret“, „Don’t say it – bring it!“ und „Happy Day“. Offenbar werden Anglizismen immer beliebter. Als Höhepunkt dieser Entwicklung wird der angebliche Schweizer des Jahres im Rahmen der Sendung „Swiss Award“ gekrönt. Gleichzeitig bemüht sich der Bund sehr zu Recht, jährlich mit massgeblichen Beiträgen den sprachlichen Austausch und die gegenseitige Verständigung innerhalb des Landes zu fördern. Diese Fördermassnahmen werden durch das ebenfalls vom Bund unterstützte öffentlich-rechtliche Fernsehen nur bedingt unterstützt. So kann man sich fragen: Wenn nicht einmal mehr im öffentlich-rechtlichen Fernsehen die jeweils anderen Landessprachen gegenüber dem Englischen prioritär behandelt werden, weswegen macht deren Erlernen dann überhaupt noch Sinn? Oder sollen wir uns überhaupt noch in den Landessprachen verständigen lernen? Das öffentlich-rechtliche Fernsehen könnte helfen, solchen für den Zusammenhalt unseres Landes schädlichen Tendenzen durch eine konsequentere Förderung der Landessprachen Abhilfe zu schaffen. Der Bundesrat ist aufgerufen, seinen Einfluss geltend zu machen.

Antwort des Bundesrates vom 14.06.2013
Der Bundesrat hat sich mehrfach kritisch über den zunehmenden Gebrauch von Anglizismen in unseren Sprachregionen geäussert, zuletzt in seinen Antworten auf die parlamentarischen Vorstösse Baettig 10.3119, Berberat 06.1146 und Rennwald 03.1112. Der Gebrauch von Anglizismen ist mittlerweile eine gesellschaftliche Realität geworden. Trotzdem führt diese Tendenz zu einer gewissen Vernachlässigung der Landessprachen. Die Bundeskanzlei hat bereits verschiedene Massnahmen ergriffen, um innerhalb der Bundesverwaltung den übermässigen Gebrauch von Anglizismen in der Behördenkommunikation einzuschränken. Dies entspricht auch dem Anliegen einer sachgerechten, klaren und bürgerfreundlichen Sprache nach Artikel 7 Absatz 1 des Sprachengesetzes vom 5. Oktober 2007 (SR 441.1).

Ausserhalb der Bundesverwaltung will der Bundesrat aber nicht auf dirigistische Massnahmen setzen. Er lehnt es aus verfassungsrechtlichen Gründen ab, Vorschriften für den Sprachengebrauch zu machen und sich in die Geschäftspolitik von Unternehmen einzumischen, selbst wenn der Bund Eigner ist, wie beispielsweise bei der Post.

Der Gesetzgeber hat bei der SRG eine Norm zum Sprachengebrauch vorgesehen: Gemäss Artikel 24 Absatz 5 des Bundesgesetzes über Radio und Fernsehen vom 24. März 2006 (SR 784.40) muss die SRG in wichtigen, über die Sprach- und Landesgrenze hinaus interessierenden Informationssendungen die Standardsprache verwenden. Darüber hinausgehende Massnahmen sind im Licht der verfassungsmässig garantierten Staatsunabhängigkeit und Programmautonomie der SRG kritisch zu beurteilen. Die vom Interpellanten gewünschte Einflussnahme auf die Betitelung von Sendungen erachtet der Bundesrat nicht für angezeigt. Es ist zudem fraglich, ob mit einer derartigen Sensibilisierungsmassnahme das Ziel des Interpellanten erreicht werden kann. Die Betitelung einer SRG-Sendung an sich hat kaum Auswirkungen auf die Förderung der nationalen Kohäsion. Zu den Leistungen der SRG für den sprachregionalen Austausch hat sich der Bundesrat in seinem Bericht vom 7. Dezember 2012 „Stärkung der gegenseitigen Verständigung und des nationalen Zusammenhalts durch die SRG SSR“ (http://www.news.admin.ch/NSBSubscriber/message/attachments/29015.pdf) eingehend geäussert.

Die SRG muss sich bei der Erfüllung ihres Leistungsauftrages auch unternehmerisch verhalten, um sich in der harten Konkurrenz mit ausländischen Programmen beim Schweizer Publikum behaupten zu können. Es ist deshalb nachvollziehbar, dass sie erfolgreiche Sendungen und Sendungskonzepte mit englischsprachigen Titeln ausstrahlt. Dabei muss sich die SRG oft vertraglich binden und kann die Titelgebung nur beschränkt beeinflussen.

Im Übrigen stellt der Bundesrat keine Tendenz zu einer exzessiven Verwendung von Anglizismen in den SRG-Programmen fest. Nach den Informationen der SRG sind es rund 8 Prozent der Sendungstitel. Der Grossteil der SRG-Sendungen, etwa 90 Prozent, ist in einer der Landessprachen getitelt, wenige deutschsprachige Sendungen sogar in Mundart („SRF bi de Lüt“, „Hopp de Bäse“ oder „Alperöösli“).

Der Bundesrat sieht nach dem Gesagten keinen Anlass, bei der SRG hinsichtlich des Gebrauchs von Anglizismen zu intervenieren.

http://www.parlament.ch/d/suche/seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20133357Eingereichter Text
Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen machen sich immer mehr Anglizismen breit. Anstatt beispielsweise Sendungen in den Landessprachen zu titulieren, wird Englisch verwendet. Gleichzeitig hat sich der Bund durch das Sprachengesetz verpflichtet, den Austausch und die Verständigung unter den Sprachgemeinschaften zu fördern. Es stellt sich somit folgende Frage:

Wäre es nicht im Sinn der Sprachförderung, wenn auch das vom Bund (Fernsehgebühren) massgeblich unterstützte öffentlich-rechtliche Fernsehen diesbezüglich einen sichtbaren Beitrag leisten würde?

Begründung
Die Sendungen des deutschsprachigen öffentlich-rechtlichen Fernsehens tragen heute vielfach Titel wie „The Voice of Switzerland“, „Top Secret“, „Don’t say it – bring it!“ und „Happy Day“. Offenbar werden Anglizismen immer beliebter. Als Höhepunkt dieser Entwicklung wird der angebliche Schweizer des Jahres im Rahmen der Sendung „Swiss Award“ gekrönt. Gleichzeitig bemüht sich der Bund sehr zu Recht, jährlich mit massgeblichen Beiträgen den sprachlichen Austausch und die gegenseitige Verständigung innerhalb des Landes zu fördern. Diese Fördermassnahmen werden durch das ebenfalls vom Bund unterstützte öffentlich-rechtliche Fernsehen nur bedingt unterstützt. So kann man sich fragen: Wenn nicht einmal mehr im öffentlich-rechtlichen Fernsehen die jeweils anderen Landessprachen gegenüber dem Englischen prioritär behandelt werden, weswegen macht deren Erlernen dann überhaupt noch Sinn? Oder sollen wir uns überhaupt noch in den Landessprachen verständigen lernen? Das öffentlich-rechtliche Fernsehen könnte helfen, solchen für den Zusammenhalt unseres Landes schädlichen Tendenzen durch eine konsequentere Förderung der Landessprachen Abhilfe zu schaffen. Der Bundesrat ist aufgerufen, seinen Einfluss geltend zu machen.

Antwort des Bundesrates vom 14.06.2013
Der Bundesrat hat sich mehrfach kritisch über den zunehmenden Gebrauch von Anglizismen in unseren Sprachregionen geäussert, zuletzt in seinen Antworten auf die parlamentarischen Vorstösse Baettig 10.3119, Berberat 06.1146 und Rennwald 03.1112. Der Gebrauch von Anglizismen ist mittlerweile eine gesellschaftliche Realität geworden. Trotzdem führt diese Tendenz zu einer gewissen Vernachlässigung der Landessprachen. Die Bundeskanzlei hat bereits verschiedene Massnahmen ergriffen, um innerhalb der Bundesverwaltung den übermässigen Gebrauch von Anglizismen in der Behördenkommunikation einzuschränken. Dies entspricht auch dem Anliegen einer sachgerechten, klaren und bürgerfreundlichen Sprache nach Artikel 7 Absatz 1 des Sprachengesetzes vom 5. Oktober 2007 (SR 441.1).

Ausserhalb der Bundesverwaltung will der Bundesrat aber nicht auf dirigistische Massnahmen setzen. Er lehnt es aus verfassungsrechtlichen Gründen ab, Vorschriften für den Sprachengebrauch zu machen und sich in die Geschäftspolitik von Unternehmen einzumischen, selbst wenn der Bund Eigner ist, wie beispielsweise bei der Post.

Der Gesetzgeber hat bei der SRG eine Norm zum Sprachengebrauch vorgesehen: Gemäss Artikel 24 Absatz 5 des Bundesgesetzes über Radio und Fernsehen vom 24. März 2006 (SR 784.40) muss die SRG in wichtigen, über die Sprach- und Landesgrenze hinaus interessierenden Informationssendungen die Standardsprache verwenden. Darüber hinausgehende Massnahmen sind im Licht der verfassungsmässig garantierten Staatsunabhängigkeit und Programmautonomie der SRG kritisch zu beurteilen. Die vom Interpellanten gewünschte Einflussnahme auf die Betitelung von Sendungen erachtet der Bundesrat nicht für angezeigt. Es ist zudem fraglich, ob mit einer derartigen Sensibilisierungsmassnahme das Ziel des Interpellanten erreicht werden kann. Die Betitelung einer SRG-Sendung an sich hat kaum Auswirkungen auf die Förderung der nationalen Kohäsion. Zu den Leistungen der SRG für den sprachregionalen Austausch hat sich der Bundesrat in seinem Bericht vom 7. Dezember 2012 „Stärkung der gegenseitigen Verständigung und des nationalen Zusammenhalts durch die SRG SSR“ (http://www.news.admin.ch/NSBSubscriber/message/attachments/29015.pdf) eingehend geäussert.

Die SRG muss sich bei der Erfüllung ihres Leistungsauftrages auch unternehmerisch verhalten, um sich in der harten Konkurrenz mit ausländischen Programmen beim Schweizer Publikum behaupten zu können. Es ist deshalb nachvollziehbar, dass sie erfolgreiche Sendungen und Sendungskonzepte mit englischsprachigen Titeln ausstrahlt. Dabei muss sich die SRG oft vertraglich binden und kann die Titelgebung nur beschränkt beeinflussen.

Im Übrigen stellt der Bundesrat keine Tendenz zu einer exzessiven Verwendung von Anglizismen in den SRG-Programmen fest. Nach den Informationen der SRG sind es rund 8 Prozent der Sendungstitel. Der Grossteil der SRG-Sendungen, etwa 90 Prozent, ist in einer der Landessprachen getitelt, wenige deutschsprachige Sendungen sogar in Mundart („SRF bi de Lüt“, „Hopp de Bäse“ oder „Alperöösli“).

Der Bundesrat sieht nach dem Gesagten keinen Anlass, bei der SRG hinsichtlich des Gebrauchs von Anglizismen zu intervenieren.

http://www.parlament.ch/d/suche/seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20133357